Im Winterhalbjahr 2004/2005 ertappte ich mich dabei, wie ich immer häufiger darüber nachdachte, wie es wohl wäre, wenn mir einige PS mehr zur Verfügung ständen. Der Wunsch nach mehr Leistung nahm immer konkretere Formen an. Wichtig dabei war weniger eine mögliche höhere Endgeschwindigkeit, sondern mehr "Dampf" aus niedrigen Drehzahlen. So kam es, dass ich mich mit Dietmar zusammen auf die Suche nach einem neuen Motorrad machte. Die Anforderungen waren die gleichen, wie damals bei der GS500 - niedrige Sitzhöhe, geringes Gewicht, gutes Handling und auf gar keinen Fall ein Chopper. Wieder wurden Prospekte und Kataloge gewälzt und das Internet durchsucht. Nach dem Lesen einiger Fahrberichte, insbesondere auch von Frauen, wurden die Wünsche dann schon ziemlich konkret: eine Suzuki SV650 schien ideal. Im Frühjahr 2005 begaben wir uns dann auf Tour zu diversen Händlern um Sitzproben zu machen und "mal den Markt zu sondieren". |
Außer der Tieferlegung wurden noch einige kleine Modifikationen vorgenommen, die empfindliche Teile schützen sollen oder aber auch nur der verbesserten Optik dienen. Der Kühler wurde mit einem Schutzgitter von Metisse versehen und Sturzpads montiert - sicher ist sicher. Der Originalscheinwerfer im modischen "Plastik-Klarglas-Look" wurde durch ein Modell aus Metall mit einer altmodischen aber dafür kratzunempfindlichen Streuscheibe aus echtem Glas ersetzt und der schnöde Plastikkettenschutz nebst dem plumpen hinteren Kotflügel mussten wesentlich eleganteren Modellen aus VA-Stahl bzw. Alu weichen. |
Bis zur Winterpause 2005/06 habe ich mit der SV fast 8000 km zurückgelegt. Ich bin immer noch begeistert von meiner "Kleinen". Sie hat mich sowohl auf den After-Work- und Wochenendtouren wie auch auf dem Weg nach Bayern und Österreich zuverlässig begleitet. Der Alukettenschutz hat leider die Urlaubstour nach Österreich nicht überlebt und ist einfach "zerbröselt", aber sonst waren außer einem neuen Hinterradreifen keine Teile zu erneuern. Im November fand dann die gründliche "Jahresendinspektion" statt, bei der neben dem obligatorischen Wechsel von Öl, Kühlmittel und Bremsflüssigkeit auch gleich die hintere Gummi-Bremsleitung durch eine Stahlflexleitung ersetzt wurde. Nun wartet die SV650 auf die Saison 2006, in der es uns unter Anderem auch nach Südtirol, in die Dolomiten und an den Gardasee führen wird. |
| Leider ist mir während des Gardasee-Urlaubs ein kleines Missgeschick passiert, was zur Folge hatte, dass unser Urlaub gänzlich anders verlief als geplant. Nachdem wir nach drei Tagen Anreise ausschließlich über Landstraßen unser Urlaubsziel Malcesine am Gardasee erreicht hatten passierte es: Am Abend des ersten Tages am Gardasee fuhr ich beim Linksabbiegen gegen eine Mauer. Ich kann im Nachhinein nicht mehr sagen, wie es dazu kam. Jedenfalls war nicht nur meine linke Hand stark lädiert, sondern auch die SV650. Nachdem ich in einem Winkel von ca. 30° gegen die Mauer gefahren bin, bin ich noch einige Meter daran entlang gerutscht bevor die SV letztendlich umfiel und auf der rechten Seite liegen blieb. Bilanz dieses Fahrfehlers - Felgenhorn umgebogen, Gabelstandrohre verbogen, Reifen beschädigt, Hand- und Fußbremshebel abgebrochen, Bremsflüssigkeitsvorratsbehälter der Handbremse beschädigt, vordere Bremsleitung gerissen, Lenkerendgewicht rechts abgebrochen, kleine Delle im Tank, Scheinwerfer zerschrammt, vorderer Kotflügel und Auspufftopf zerkratzt, Ego massiv beschädigt, Daumenkapsel geprellt, diverse blaue Flecken, Stiefel, Hose und Jacke zerschrammt. Bilder von meinem Desaster gibt es hier. Glücklicherweise haben die Crashpads ihren Zweck erfüllt und eine Beschädigung von Rahmen und Motor verhindert. |
| Damit verlief unser Urlaub natürlich nicht mehr wie geplant und wir bewegten uns ab jetzt nur noch zu Fuß in einem dadurch sehr eingeschränkten Radius. Mein ganz besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Mitarbeiter des ADAC-Büros in Mailand und den netten Fahrer von der Hertz-Niederlassung in Rosenheim. Der ADAC hat den Rücktransport von uns und unseren Motorrädern mit einem Transporter perfekt organisiert. Am Abreisetag stand um 9 Uhr ein Transporter mit samt Spanngurten für den Heimtransport unserer Motorräder vor dem Hotel bereit. Der freundliche Herr von der Hertz-Niederlassung in Rosenheim half nicht nur beim Verladen der Motorräder, er chauffierte uns auch noch bis nach Rosenheim, so dass Dietmar nur noch die Strecke von Rosenheim nach Hause, wo wir den Transporter wieder abgeben konnten, fahren musste. |
Knapp sechs Wochen nach Ankunft zu Hause ist meine Hand wieder soweit OK und die SV auch wieder instand gesetzt. Nicht alle Teile mussten neu gekauft werden. Einiges ließ sich reparieren und Einiges konnten wir auch gebraucht auftreiben. Da die Gabel zwecks Austausch der Standrohre ohnehin zerlegt werden musste wurden auch gleich Federn von WP montiert und das Lenkkopflager durch ein Kegelrollenlager ersetzt, was dem Fahrverhalten sehr zu gute kommt. Bilder von der "genesenen SV" gibt es hier. Nachdem jetzt der vordere Kotflügel und die Gabeltauchrohre schwarz sind, hat die "Suse" auch einen neuen Namen bekommen: "Maja", nach der Biene aus dem Zeichentrickfilm. |